Das Problem: Die teuren Lücken zwischen den Systemen
In den meisten Maschinenbaubetrieben ist über Jahre eine Werkzeuglandschaft gewachsen: ein CAD-System in der Konstruktion, eine Office-Umgebung im Büro, eine Tabelle für die Kalkulation, ein separates Werkzeug für den Service. Jedes einzelne Tool erfüllt seinen Zweck. Das Problem liegt in den Zwischenräumen.
Dort, wo Daten von einem System ins nächste wandern, entstehen die stillen Kosten: die Stückliste, die aus dem CAD exportiert und im ERP neu erfasst wird. Der Angebotsstand, der per Copy-and-paste zwischen Mail und Kalkulation pendelt. Die Serviceinformation, die nirgends verbindlich hinterlegt ist. Diese Übertragungen kosten Zeit, und jede ist eine mögliche Fehlerquelle.
Wir beobachten in Auswahlprojekten regelmäßig, dass die Schnittstellenfrage erst spät gestellt wird. Oft erst, wenn die Funktionsauswahl bereits getroffen ist. Dann zeigt sich, dass das gewählte System zwar viele Funktionen mitbringt, aber die vorhandenen Werkzeuge nur mit erheblichem Aufwand anbindet.
Die Mechanik: Drei Schnittstellen, die im Maschinenbau zählen
Nicht jede Schnittstelle ist gleich wichtig. Im Maschinen- und Anlagenbau sind es vor allem drei Verbindungen, die über die Durchgängigkeit entscheiden.
Die Konstruktion ist im Maschinenbau die erste Datenquelle. Zeichnungen und Stücklisten entstehen in Systemen wie SolidWorks. Wenn diese Daten nicht direkt ins ERP übernommen werden, wird die Stückliste zweimal geführt. Einmal in der Konstruktion, einmal in der Auftragsabwicklung. Die Folge sind auseinanderlaufende Stände und die wiederkehrende Frage, welche Version gilt.
Die offene Programmierschnittstelle (REST-API)
Kein ERP deckt jeden Sonderfall ab. Eine offene, dokumentierte REST-API ist die Voraussetzung dafür, dass sich weitere Systeme – ein Shop, ein Kundenportal, ein Maschinendatensystem – sauber anbinden lassen, ohne dass jede Verbindung zur Sonderentwicklung wird. Sie ist die Versicherung gegen die Anforderungen, die heute noch niemand kennt.
Die Microsoft-365-Integration
Der Arbeitsalltag findet zu großen Teilen in der Office-Umgebung statt: E-Mail, Kalender, Dokumente. Ein ERP, das sich in Microsoft 365 einfügt, holt die Mitarbeiter dort ab, wo sie ohnehin arbeiten – statt einen weiteren, isolierten Arbeitsplatz zu schaffen.
Die Lösung: Integration als Teil des Systems
In advanter sind diese Verbindungen nicht nachträglich angebaut, sondern Teil der Architektur. Die CAD-Anbindung überführt Konstruktionsdaten und Stücklisten direkt in die Auftragsabwicklung. Dokumente und Zeichnungen liegen über das integrierte Dokumentenmanagement am Artikel und am Auftrag, nicht auf einem separaten Laufwerk.
Über die advanter Connectivity lässt sich das System an das vorhandene Umfeld anbinden, eine REST-API steht für weitere Integrationen zur Verfügung. Die Microsoft-365-Anbindung verbindet das ERP mit der täglichen Office-Arbeit. Eine Besonderheit am Markt ist zudem die Mac- und iOS-Warenwirtschaft, relevant für Betriebe, deren Konstruktion oder Außendienst auf Apple-Geräten arbeitet.
Der Effekt zeigt sich weniger im einzelnen Feature als im Wegfall der Übertragungen: Die Konstruktionsstückliste ist an einer Stelle gepflegt. Das Angebot entsteht dort, wo später der Auftrag liegt. Der Servicebericht hängt am Serviceauftrag. Was früher zwischen Systemen wanderte, bleibt in einem System.
Für die ERP-Auswahl bedeutet das eine klare Empfehlung: Prüfen Sie die Schnittstellen früh, nicht spät. Fragen Sie konkret, wie Konstruktionsdaten übernommen werden, ob eine offene API vorhanden ist und wie sich das System in Ihre Office-Umgebung einfügt. Denn die beste Funktion nützt wenig, wenn ihre Daten erst mühsam ins System gelangen.
Kurz zusammengefasst
Schnittstellen sind kein technisches Detail, sondern ein zentrales Auswahlkriterium. Wo Daten ohne Bruch von der Konstruktion über die Fertigung bis in den Service fließen, entfällt die doppelte Pflege – und mit ihr die häufigste Ursache für Fehler und Reibung im ERP-Alltag.
Häufige Fragen zur ERP-Auswahl im Maschinenbau
Warum ist die CAD-Schnittstelle so wichtig?
Weil die Stückliste im Maschinenbau in der Konstruktion entsteht. Ohne direkte Übernahme wird sie doppelt gepflegt, und Konstruktions- und Fertigungsstückliste laufen auseinander.
Was bringt eine REST-API konkret?
Sie erlaubt es, weitere Systeme wie Shop, Portal oder Maschinendaten sauber anzubinden, ohne jede Verbindung einzeln zur Sonderentwicklung zu machen – auch für künftige, heute noch unbekannte Anforderungen.
Unterstützt advanter auch Apple-Geräte?
Ja. advanter bietet eine Mac- und iOS-Warenwirtschaft, was am Markt eine seltene Differenzierung ist und für Betriebe mit Apple-Umgebung in Konstruktion oder Außendienst relevant sein kann.