Pressebericht: iPadWelt 05/2013 – Velotraum

Pressebericht: iPadWelt 05/2013 – Velotraum

Velotraum wickelt alle wichtigen Prozesse auf dem iPad ab. Das Besondere: auf die Warenwirtschaftsanwendung hat nicht nur Velotraum Zugriff, sie kann auch von den Kunden beziehungsweise den Händlern eingesehen werden. Für seine Datenerfassung hat Velotraum Filemaker Go im Einsatz. Der IT-Dienstleister Günther Business Solutions GmbH hat auf Basis von Filemaker eine mobile ERP-Software namens advanter entwickelt, mit der sich sämtliche Prozesse entlang der Fertigungskette abbilden lassen und die in diesem Fall passgenau auf Velotraum zugeschnitten ist. Das Programm koordiniert dabei Auftragsbearbeitung, Beschaffung, Marketing und Vertrieb und unterstützt Mechaniker wie Peter S. bei der Arbeit.

iPad im Fahrradladen
Bei Velotraum stellen sich Kunden ihr Fahrrad individuell zusammen. Mithilfe von Filemaker Go können Mechaniker die Fertigungsschritte auf dem iPad abarbeiten

Nur noch ein paar Umdrehungen und es ist geschafft – klack, klack, klack macht es – und die Kette rastet ein. Nun kann sich Peter S. um die Schaltung kümmern. Früher hat der gelernte Feinmechaniker jeden Arbeitsschritt umständlich an der Planskizze dokumentiert. Heute muss er dazu nicht einmal mehr aufstehen. Peter S. greift einfach nur nach seinem iPad, das neben ihm auf dem Boden liegt, aktualisiert seinen Projektstand und prüft dabei gleich noch, ob auch genug Material im Lager vorrätig ist.

Die im Jahr 1993 gegründete Firma Velotraum ist nicht irgendeine Fahrradwerkstatt. Die Manufaktur aus Weil der Stadt in Baden-Württemberg stellt nämlich Fahrräder her, die der Kunde dann nach seinen eigenen Wünschen individuell konfigurieren kann. Ob Stahl- oder Aluminiumrahmen, Ketten- oder Nabenschaltung, Scheiben- oder Felgenbremsen, Rahmengröße, Farbe, Lenker, Sattel, Pedale, Bremse oder Schläuche – mithilfe eines online-Konfigurators stellt sich der Kunde aus 350 Teilen sein eigenes Fahrrad zusammen, welches dann seinen Vorgaben entsprechend gebaut wird. Besonders bei den Fahrradrahmen bietet Velotraum von „zweiXS“ bis hin zu „cross 7005 eX Plus“ für jede Körpergröße das richtige Modell an. Etwa 15 000 Artikel befinden sich in der Stammdatenverwaltung, hinzu kommen 22 000 Stücklisten und 14 000 Anschlussmöglichkeiten. Insgesamt sind etwa 100 Millionen Datenkombinationen möglich.

„Unsere Räder sind in der Herstellung fast genauso komplex wie ein Auto“, berichtet Patricia Rose, geschäftsführende Gesellschafterin. „Es stehen zehn verschiedene Rahmen bereit, jeweils in acht Größen, dazu 200 verschiedene Farben. Die drei Dekovarianten verfügen über 50 verschiedene Farben. Das muss alles abgebildet werden und wählbar sein.“
Die Variantenlogik im System soll garantieren, dass der Kunde die richtigen Kombinationsmöglichkeiten wählt und Rahmenmodell sowie Rädergröße am Schluss zusammenpassen. Das Ergebnis ist ein ganz besonderes Fahrrad, das wohl kaum ein anderer hat und das sich deutlich von der Massenabfertigung abhebt. Doch das Wunschfahrrad hat auch seinen Preis. Unter 1400 euro ist kein Modell zu haben, die 50 Euro Versandkosten erscheinen da fast lächerlich. Die hohen Preise halten die Kunden allerdings nicht davon ab, Fahrräder zu bestellen: Bis zu 800 Fahrräder produzieren die Mitarbeiter im Jahr.

Velotraum wickelt alle wichtigen Prozesse auf dem iPad ab. Das Besondere: auf die Warenwirtschaftsanwendung hat nicht nur Velotraum Zugriff, sie kann auch von den Kunden beziehungsweise den Händlern eingesehen werden. Für seine Datenerfassung hat Velotraum Filemaker Go im Einsatz. Der IT-Dienstleister Günther Business Solutions GmbH hat auf Basis von Filemaker eine mobile ERP-Software namens advanter entwickelt, mit der sich sämtliche Prozesse entlang der Fertigungskette abbilden lassen und die in diesem Fall passgenau auf Velotraum zugeschnitten ist. Das Programm koordiniert dabei Auftragsbearbeitung, Beschaffung, Marketing und Vertrieb und unterstützt Mechaniker wie Peter S. bei der Arbeit.

„Die Fertigung der Räder wurde viel einfacher und spielerischer, weil die Mechaniker direkt mit dem iPad am Rad arbeiten“, fügt Stefan Stiener, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter, hinzu. Der Mechaniker muss seinen Arbeitsplatz – also das Rad – nicht mehr verlassen, um Konfigurationsdetails am Rechner zu überprüfen. „Dadurch passieren in der Produktion weniger Fehler, außerdem spart das Zeit“, so Patricia Rose.

Fahrradmanufaktur Velotraum

Doch nicht nur in der Werkstatt selbst, auch bei den 30 Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die mit Velotraum zusammenarbeiten, kommt die Software zum Einsatz. Zwar kann sich im Grunde jeder mithilfe des Online-Konfigurators sein Fahrrad selbst zusammenstellen, doch das wird schnell kompliziert. Immerhin stehen fast 100 eingabefelder zur Verfügung. Beim Händler können Kunden Stefan Stiener hat Velotraum vor 23 Jahren gegründet und ist heute dort geschäftsführender Gesellschafter. Sich zunächst beraten lassen und danach vor Ort an verschiedenen Rädern selbst ausprobieren, ob Sattelgröße oder Lenker richtig auf sie zugeschnitten sind. Der Händler hat die Möglichkeit, das Rad gleich neben dem Kunden am iPad zu konfigurieren. Advanter kontrolliert die Lagerbestände und die Produktion kann sofort anlaufen. Bei der Dateneingabe werden alle erforderlichen Teile gleich reserviert – immerhin kann die Lieferzeit zwischen sechs Tagen und sechs Monaten liegen. „Es eröffnen sich tolle Möglichkeiten, wenn man mit dem Kunden zusammen am iPad ein Fahrrad konfiguriert. Man hat dadurch immer sofort den aktuellen Preis zur Hand, weil die Aufpreise für Zubehör automatisch dazu addiert werden“, so Rose.

Mobiles ERP nur auf wichtigste Prozesse beschränkt

Längst hat der Smartphone- und Tablet- Boom in den Unternehmen Einzug gehalten. Laut Bitkom greift mittlerweile jeder dritte Angestellte unterwegs auf die Daten des Arbeitgebers zu. Die ERP-Software ist das Herzstück des Unternehmens, denn sie bildet alle wichtigen Geschäftsprozesse ab. Mobiles ERP bedeutet jedoch nicht, dass ein gesamtes System auf das iPad ausgelagert wird, sondern lediglich wichtige Teilprozesse, die unterwegs eine Rolle spielen. So kann der Außendienstmitarbeiter mit der Software Aufträge und Termine planen, Warenbestände erfassen, Ersatzteile ordern oder die Kommissionierung im Lager vornehmen. Die Daten liegen im Fall von Velotraum auf dem Filemaker Server und werden nicht auf dem iPad gespeichert. Das bietet einen zusätzlichen Schutz, falls das Tablet einmal verloren gehen sollte.

iPadWelt 05/2013